Im Berichtszeitraum war Katars politische Entwicklung von einer wiedergewonnenen regionalen und internationalen Bedeutung geprägt. Zugleich blieb die politische Partizipation stark eingeschränkt. Die demokratischen Institutionen erfuhren eine weitere Regression, da das Wahlverfahren für den Schura-Rat durch ein Verfassungsreferendum im November 2024 verworfen wurde, womit frühere Schritte in Richtung parlamentarischer Einbindung faktisch beendet wurden.

Wirtschaftlich erzielte Katar weiterhin ein hohes BIP, Haushalts- und Fiskalüberschüsse und senkte die Staatsverschuldung während es eine moderate Inflationsrate beibehielt. Die Dritte Nationale Entwicklungsstrategie (2024–2030) priorisierte Wachstum, Diversifizierung und Nachhaltigkeit. Nach einer Abschwächung im Anschluss an die Fußball-WM 2022 erholte sich das Wirtschaftswachstum im Berichtszeitraum. Die Ausweitung des North Field dürfte die Gaseinnahmen steigern und die Abhängigkeit von Ölpreisschwankungen verringern.

Im Bereich Governance profitierte Katar vom Wegbleiben größerer externer Schocks. Die Golfkrise verlor an Bedeutung, als Katar sich erneut als wichtiger regionaler Vermittler etablierte, insbesondere durch die Eröffnung von Kommunikationskanälen zwischen den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und den Taliban sowie in Konflikten zwischen Israel und der Hamas nach Oktober 2023. Seine Rolle als regionaler Vermittler und bedeutender LNG-Lieferant stärkte den internationalen Handlungsspielraum und verringerte den externen Reformdruck. In der Folge verlangsamten sich unternommene Fortschritte bei Arbeits- und Migrantenrechten und es gab erste Anzeichen für politische Rückschritte. 

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